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#11 Schlaflos auf Dmax.

Trotz völliger Übermüdung sitze ich hier noch mit einem Teller Reis und debattiere mit mir selbst, ob ich nicht einfach zwei Opis einwerfen sollte, um endlich den Weg ins Land der Träume zu finden...

Die Achterbahnfahrt der letzten Tage hält mich trotz meiner Erschöpfung wach aus Furcht, was mich im Schlaf erwarten könnte.
Also sitze ich hier und klicke mich durch das World Wide Web.
Ich habe bereits das dritte Mal gekocht, obwohl ich längst übersättigt bin, rauche, obwohl mir der Tabak mittlerweile zuwider ist und mein Hals schon feurig brennt und habe mir online Sachen bestellt, die ich mir eigentlich nicht leisten sollte.
Obwohl ich in den letzten Monaten einen neuen psychischen und leider auch physischen Tiefpunkt erreicht hatte, habe ich mir doch irgendwie eingebildet, dass es die letzte Woche bergauf ging.
Vielleicht weil ich schon ab nächste Woche einen Platz beim Psychotherapeuten sicher habe, vielleicht auch durch die Entdeckung, dass alte, nettere Seiten meines Wesens doch noch irgendwo in mir schlummern und nicht längst verendet sind.
Woran es auch lag, es war idiotisch zu glauben, dass irgendetwas in meinem Leben irgendwie besser werden könnte.

So naiv.


Ich wollte dieses Wochenende eigentlich nicht nach Hause fahren, doch A., eine meiner besten Freundinnen, flehte mich beinahe an, dass ich zu ihr kommen solle, weil sie so verzweifelt sei.
(Dazu muss man sagen, uns verbindet eine lange Geschichte gemeinsamen Kämpfens gegen die Geister der Vergangenheit und deren mentalen Souvenirs. Wenn eine von uns also zur anderen sagt, sie sei verzweifelt, dann ist klar, dass es keine 08/15-Depression ist.)
Nach Hause fahren heißt für mich, entweder in ihrer Wohnung zu leben oder bei Freunden zu übernachten, da ich in meiner  Heimatstadt keine lebenden Angehörigen mehr habe und meine Wohnung dort aufgeben musste, als ich zum Studieren umzog.
Wie dem auch sei, jedenfalls fuhr ich "nach Hause" und habe mich dann trotz anfänglicher Skepsis doch auf ein nettes Wochenende eingestellt.
Dumme Kuh. So einfältig.

 Hoppla. Zwischen Text verfassen, rauchen und essen habe ich mich doch dafür entschieden, drei Opis zu nehmen.
(Okay - ich weiß zwar, dass es zu viel ist, aber drei Stück befördern mich immer in ein  traumloses 15-stündiges Koma, welches ich als sehr angenehm empfinde, wenn ich mich so fühle wie jetzt und am nächsten Tag keine Uni habe. Schlafend kann ich keinen Blödsinn anstellen. Was wohl passieren würde bei einer ganzen Packung?)
Hätte aber nicht so eine schnelle Wirkung erwartet.
Dabei muss ich doch noch so viele meiner Gedanken auf diesen Blog verbannen...

Aber vielleicht ist es doch besser, wenn ich mich mit diesem drogenüberlasteten und blutigen Wochenende erst auseinandersetze, wenn mich die Bilder von A.'s Tat nicht mehr in dieses sehr ärgerliche und benebelnde Trauma versetzen.

Man liest sich später.

21.11.11 04:37
 


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