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#7 Ein Blog nach dem anderen.

Heute Abend blogge ich wirklich wie ein Weltmeister.
Ich brauche die Ablenkung und kann mich auf nichts anderes konzentrieren.
Meine Mitbewohnerin ist ausgegangen, das bedeutet mein Essverhalten ist unbeobachtet und ich muss jetzt die Katastrophe eindämmen.
Hab mir schon nen großen Teller Nudeln-Käse-Gratin, 2 Kekse und eine halbe Tafel Schokolade reingehauen. Dabei hatte ich davor schon eine große Tasse Champignonsuppe und Buttermilch.
Ich habe mich die letzten 7 Tage nur von Reiswaffeln, Suppe und Obst ernährt und kaum Alkohol getrunken.
Und obwohl ich auch Sport dazu gemacht habe, ist die Zahl auf der Waage nicht um ein verdammtes Gramm gesunken.
Wie soll das jetzt nach diesem Abend aussehen??
Ich muss morgen unbedingt ins Fitnessstudio.

Ich wünsche mir gerade, dass ich heute Abend doch ausgegangen wäre.
Ich hätte mit meiner Mitbewohnerin und 2 neuen Freundinnen von ihr Shisha rauchen können oder mit Freunden von mir Cocktails trinken.
Aber es hätte merkwürdig ausgesehen, wenn ich schon wieder nur Cola Light getrunken hätte, während alle anderen sich Caipis bei der Happy Hour hinter die Binde gießen.
Außerdem war der Tag heute ohnehin so für den Arsch, dass ich total erschöpft bin.
Ich habs nicht in die Uni geschafft, weil ich wieder einen Panikanfall hatte. Es fängt an wie früher, als ich ständig in der Schule gefehlt habe. Ich stand vor dem Schulhaus und bin einfach wieder umgedreht, weil ich die plötzliche Panik nicht in den Griff bekam.
Jetzt geht es so weiter.
Nur dass ich nun an der Uni bin und hier juckt es keinen, warum ich nicht da bin. Wenn ich nicht komme, dann fall ich durch.
So einfach ist es.
Aber die Panikattacken und Flashbacks werden immer häufiger und schlimmer.
Ich weiß nicht weiter. Meine Gedanken machen mir Angst und ich kriege wieder nichts auf die Reihe.

Das einzige Mini-Erfolgserlebnis war, dass ich mich wenigstens zum Arzt durchgerungen habe. Aber kein Psychologe konnte mich in nächster Zeit aufnehmen, alle sind überfüllt. Obwohl ich laut meiner Hausärztin ein "akuter Notfall" bin.
Nun liegt eine Überweisung zum Psychologen neben mir und ich muss jemanden finden, der mir helfen will.
Mal wieder.

Ich vermisse P.
Es ist schwierig, wenn der jahrelang beste Freund irgendwann nichts mehr für einen übrig hat.
Als wir angefangen haben, uns auseinander zu leben, haben sich auch die Panikattacken zurück gemeldet.
Er versteht es nicht.
Umso schlechter es mir geht, umso mehr Abstand nimmt er von mir, umso mehr nehme ich Abstand von meinen anderen Freunden. Bis ich irgendwann niemanden mehr habe.
Aber ich kann meine Maske momentan nicht aufrecht erhalten.
Und alle kennen nur die Fröhliche.
Kein Mensch will die Jämmerliche sehen.
P. ist der beste Beweis dafür.
Selbst er weiß kaum noch was von mir.
Er hat eine einzige Panikattacke mitbekommen in den letzten Monaten.
Aber das hat schon dafür gesorgt, mir den Rücken zu kehren nach 6 Jahren Freundschaft.
Man kann niemand anderem für alles die Schuld geben, aber wenn ich es mir einfach machen würde, dann würde ich ihm ins Gesicht schreien: "Es ist alles deine Schuld!"
Du bist der Einzige, dessen Hilfe mir im Moment tatsächlich helfen würde, aber hilfst mir nicht.
Du zeigst mir mit voller Leidenschaft die kalte Schulter.
Ich hasse dich.
Ich brauche dich so sehr.
Ich will einschlafen und nie wieder aufwachen.

9.11.11 23:55
 


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